Riga Tag 3 - Sonne pur und schlechter Geschmack

Freitag der 13. - der Tag sollte uns das Wetterglück bringen. Bereits beim Frühstück sahen wir die ersten blauen Fleckchen am Himmel und wir schmiedeten das erste Mal eher Pläne für Outdooraktivitäten. Voller Elan zogen wir los und kamen genau bis zum grossen Platz vor dem Dom (Doma Laukus, also Domplatz - irgendwie logisch). Mum liess mich alleine stehen mit den Worten, du kannst ja schon mal fotografieren. Ok, das tat ich auch. Der Platz sah im Morgenlicht auch schon wieder ganz anders aus als gestern. Ich stolperte also wie befohlen mit der Kamera durch die Gegend bis meine Begleitung mit ausgewechseltem Schuhwerk wieder neben mir stand. 


Das erste Ziel war die Peterskirche in der Altstadt. Auf dem Weg dorthin merkten wir, dass die Touristenanzahl sich bereits vervielfältigt hat. Die Menschen versammelten sich alle vor den Sehenswürdigkeiten und um Fotos ohne Menschen zu erhalten, musste man schon etwas Geduld haben. Die meiste Zeit war es gar nicht möglich und irgendwann gab ich auf.

Auf jeden Fall mussten wir bei der Peterskirche sogar anstehen. Wir ahnten bereits Böses, aber es ging dann doch sehr schnell vorwärts. Die Kirche selber war nicht sehr sehenswert, da sie zur Zeit renoviert wird. Aber für 9 Euro pro Person durften wir mit dem Lift in den Turm fahren und dort die Aussicht geniessen. Der Blick über Riga war wirklich wundervoll. 









Nur der Wind hielt uns davon ab, noch länger oben zu bleiben. Und so erreichten wir bald wieder den Boden der Altstadt.

Hinter der Kirche dachten wir erst, uns in Bremen wieder zu finden, denn die Bremer Stadtmusikanten stellten dort einen weiteren Touristenanziehungspunkt dar.

Und nein, wir haben sie nicht angefasst... 

Die verschiedenen Architekturstile, die in Riga anzutreffen sind, faszinierten uns sehr. Immer und immer wieder zückten wir die Kameras. 




Da das Wetter nun offensichtlich endlich mitspielte, in der Sonne waren es angenehme 18 Grad, peilten wir den Kanal an - eine Bootstour war angesagt. Für 20 Euro pro Person tuckerten wir mit einem kleinen Boot durch den Kanal und auf den Fluss Düna. Die 50-minütige Fahrt bot uns einen etwas anderen Blick auf Riga, allzu viel Neues, das wir nicht schon zu Fuss besucht hatten, sahen wir allerdings nicht. Wir genossen aber die Fahrt und vor allem schonten wir unsere Füsse so für einen Moment.









Offensichtlich faszinierte mich die Brücke am meisten. 
Nach der Tour setzten wir unseren Weg fort in Richtung Zentralbezirk. Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder an der Geburtskirche vorbei. Dieses Mal sahen wir sie vor knallblauem Himmel - wirklich sehr schön.




Dieses Mal hatten wir sogar das Glück, einen Blick ins Innere werfen zu können. Jedoch wurde darauf hingewiesen, dass Frauen bitte Kopftücher und Röcke tragen sollten und man diese ausleihen kann. Ähm, nein danke. Aber wir hatten auch schon genug gesehen, Kitsch lässt grüssen.

Einen weiteren Zwischenstopp legten wir im Café Miit ein, wo wir leckere Wraps zu Mittag assen. Gestärkt ging es dann weiter im Stop-and-Foto-and-Go-Style. Wie gesagt, die Architektur ist höchst faszinierend.








Das Ziel und Highlight des Tages war dann das Jugendstilzentrum im Zentralbezirk. Also eigentlich nur die Treppe des Hauses, das das Museum beherbergte. So kam ich zu meinen heutigen Treppenhausfotos:






Da wir schon da waren, gingen wir auch noch in das Museum. Aber, nun ja, so schön diese Jugendstilhäuser von aussen sind, so "hässlich" sind sie von innen. Also gut, vielleicht nicht hässlich, aber einfach nicht mein Stil. Und Mum war auch nicht sonderlich begeistert. Also verliessen wir das Museum vorzeitig wieder. Irgendwie hatten wir auch schon genug und bessere Museen gesehen.




Nun mochten wir endlich mal unsere ÖV-Mehrtageskarte benutzen, bis jetzt war alles zu Fuss problemlos erreichbar gewesen. Wir nahmen also den Bus und fuhren ins Kalnciems-Viertel mit dem Ziel, ein Kaffeepäuschen zu machen. Aber dort angekommen war tote Hose. Anscheinend ist da wohl nur Abends und vor allem Samstags etwas los. 




Aber hübsch wars und so wissen wir nun auch, wo wir morgen hingehen. Zurück gings wieder mit dem Bus und über den Schwarzhäupterplatz ins Hotel. 





Dort gönnten wir uns auf der bekannten Dachterrasse einen Drink. Man sieht knapp über die Dächer der Altstadt und hat den Turm des Doms gleich vor seinen Augen. Wenn man dort am Wochenende Abends essen möchte, ist jedoch eine Reservation von Vorteil.
Gegessen haben wir anschliessend in der B Bar gleich vor dem Hotel. Und für Mum war dann auch Feierabend. Ich musste mich zwar auch zusammenreissen, dass mir die Augen nicht zu fielen vor lauter Müdigkeit - aber die Sonne stand noch so hoch und ich habe mich noch zu einem Abendspaziergang zur Nationalbibliothek und durch die Altstadt entschieden, bevor ich dann auch endgültig Tilt war. 
















 

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