Riga Tag 1 - von Büchern bis zu Illusionen

Fast hätte ich gestern noch einen Blogbeitrag verfasst. Die eine oder andere Story bei der Gepäckaufgabe (nein, Powerbanks dürfen nicht in den Koffer), vor der Sicherheitskontrolle (nein, die 5dl-Wasserflasche darf nicht mit rein) und während der Sicherheitskontrolle (ja, alle Flüssigkeiten müssen in einem separaten Beutel transportiert werden) wäre noch erzählenswert gewesen. Aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte einzelner Mitreisender, habe ich darauf verzichtet.

Der Flug verlief reibungslos und wir landeten pünktlich um 22:30Uhr in Riga. Die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel Gutenbergs inmitten der Rigaer Altstadt dauerte ca. 20min und kostete ganze 35 Euronen. Bolt wäre vermutlich günstiger gewesen, vom ÖV ganz zu schweigen. Aber es war spät und wir gönnten uns den Luxus. Im Hotel angekommen verzogen wir uns auch gleich auf unsere Zimmer. Das Restaurant war leider schon zu und daher war uns kein Schlummertrunk gegönnt.

Dafür sassen wir um 8Uhr beim Frühstück. Nun, ein Festmahl war es nicht, der Kaffee verdiente seinen Namen nicht, die Brötchen waren trocken und die Früchte aus der Konserve. Aber immerhin gab's Frühstücksflocken und sogar Hafermilch konnte ich auftreiben. 

Das Wetter war trüb und es nieselte, so machten wir uns gegen 9Uhr30 auf den Weg. Ungelogen zwei Schritte neben dem Hotel ist der Rigaer Dom und ein riesengrosser Platz mit wunderschönen Häusern. Fotos sparten wir uns auf, es soll ja noch besseres Wetter werden. Wir spazierten also ziemlich planlos los, auf der Suche nach dem nächsten Museum und merkten, dass alles ziemlich nahe beieinander liegt. So standen wir nach ein paar Minuten schon vor dem Schwarzhäupterhaus und dem Okkupationsmuseum und konnten sogar die lettische Nationalbibliothek am anderen Ufer der Düna sehen. Da diese, wie fast alle Museen und öffentlichen Gebäuden um 10Uhr öffnen würde, machten wir uns auf den Weg dorthin. Ein spannender Bau, von aussen wie von innen.




Der Eintritt ist gratis und es gibt einige Ausstellungen im EG sowie auf den oberen Etagen. Aber bereits der Eingangsbereich ist schön anzuschauen.











Im Inneren wird man fast magisch angezogen von der grossen beleuchteten Bücherwand. Um diese zu erkunden benötigt man einen Besucherbadge, der aber gratis erhältlich ist. So kommt man auf die oberen Etagen. Hier noch weitere Impressionen, mein Fotofieber hat schon deutlich Fahrtwind bekommen.
















Natürlich durfte ich meine Begleiterin auch immer wieder verewigen. Aber es schien ihr nichts auszumachen, ein paar Schritte mehr zu gehen, so dass ich den Schnappschuss noch optimieren konnte :-).



Ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren.


Sogar das Treppenhaus musste noch hinhalten.


Die Aussichtsplattform öffnete erst um 13Uhr und somit verzichteten wir darauf. Dafür widmeten wir der Fassade des Gebäudes noch ein paar Minütchen.







Dann machten wir uns wieder zu Fuss auf den Rückweg über die Steinbrücke. Dieses Mal sahen wir von weitem die markanten "Hangare" des Zentralmarktes und somit war der Entschluss auch schnell gefasst, was unser nächstes Ziel war. An der Eisenbahnbrücke vorbei erreichten wir nach wenigen Minuten den Zentralmarkt.




Die erste Halle, die wir betraten, war natürlich der Fischmarkt. Ich war froh, dass wir dort schnell durchmarschierten und uns weniger geruchsintensiven Ständen  zuwandten. Ich war allerdings nach dem Highlight der Nationalbibliothek nicht allzu stark vom ganzen Marktgeschehen zu begeistern und war weder in Shopping- noch Foto-Laune. Aber mein Gspänli hat natürlich den Handtaschen- und Schuhladen entdeckt und ein Schnäppchen gemacht.


Draussen vor dem Zentralmarkt waren dann die Stände der Frucht- und Gemüsehändler - was für eine Wohltat für Auge und Nase. Und so langsam kickte auch der Hunger ein. Wir beschlossen uns auf die Suche nach einem Restaurant zu machen. Fündig wurden wir im Melna Bite, ein eher schickes Restaurant, das wir den vielen Pub-artigen Beizen vorgezogen haben. Ein Highlight war das Klo, auf dem man sich auf dem Thron sitzend rundherum im Spiegel betrachten konnte.
Nach der Stärkung gings weiter zum Mode-Museum. Natürlich nicht, ohne auf dem Weg dahin noch ein, zweimal den Auslöser zu drücken.



Dieses Denkmal steht auf dem Platz hinter (oder vor, wie mans nimmt) dem Okkupationsmuseum.








Wer Mode mag, alte Mode, der hat sicher grossen Spass an diesem kleinen Museum, das in einem Kellergewölbe eingerichtet worden ist. Es gibt für die paar Euro Eintrittsgeld einen gratis Audioguide. Jedoch hat dieser seeehr viel zu jedem der Ausstellungsstücke zu erzählen und alles wollten wir dann doch nicht wissen...




Mittlerweilen, es nieselte immer noch, war es späterer Nachmittag und wir steuerten das Hotel für einen Zwischenstopp an. Da aber plötzlich der Rigaer Dom in unserem Blickfeld erschien, konnten wir fast nicht anders, als diesen auch einmal zu erkunden. Liegt ja auf dem Weg und auf der Hand.
Das Kirchengebäude selber gefiel mir nicht sonderlich, jedoch der Kreuzgang mit dem Blick in den Innenhof war sehr schön anzuschauen.





Die Orgel war sehr imposant.


Und der Hahn... Nun, es war ein Hahn im Dom. Sehr speziell.


Der Eingangsbereich hingegen hatte schon etwas.


Doch nun war die Luft entgültig raus. Das merkt man wohl auch an der Anzahl Bilder :-D 
Also, raus aus dem Dom und schon waren wir zurück im Hotel. Nach einer kurzen Verschnaufpause gingen wir nochmals los, da wir auf Google Maps noch gesehen hatten, dass gleich ums nächste Eck das COSMOS war - ein weiteres Museum. Als ob wir noch nicht genug gesehen hätten ;-) Aber es war ein Museum mit optischen Illusionen, also reine Unterhaltung und perfekt für's Abendprogramm. Ob der Angestellte, der von uns je 10Euro Eintritt wollte, einen schlechten Tag hatte und darum nicht mit uns gesprochen hat (ich meine ein "Hallo", "Danke", Bitte" wäre doch noch drin gelegen) oder ob die Letten tatsächlich alle etwas wortkarger sind, wird sich die nächsten Tage vielleicht noch zeigen.



Nach den Illusionen brauchten wir dann nochmals einen Drink. Den fanden wir auch, und zwar in der B Bar - ungelogen 2m von unserem Hotel entfernt.
Das Timing war perfekt, es regnete nämlich unterdessen ziemlich stark und wir liessen den Abend bei Apérol Spritz und ein paar Oliven ausklingen.


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